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Parallele Semiotik ist ein Zweig der angewandten Ontologie, also eine Richtung der modernen Philosophie. Sie entstand aus der Verknüpfung moderner strukturaler Kommunikationstheorie mit fernöstlichem Gedankengut und wurde in Ansätzen entwickelt von den beiden Forschern Letho S. Dornfinck und Thor F. Soldnecki. Die etwa (!) 2 unbestimmten Wahrheitswerte der indischen Logik (in der indischen Philosophie kann ein Satz nicht einfach nur wahr oder falsch sein) erweitern dabei die Anzahl der aussagenlogischen Kategorien, um ein hohes, wenn auch ebenfalls unbestimmtes Maß.
Aussagen sind aber das zentrale Thema der parallelen Semiotik, und zwar Aussagen, die auf verschiedenste Weise geäußert werden können: Sei es das direkt gesprochene Wort, ein Verkehrsschild oder ein Buch. Im Gegensatz zu den bisherigen zeichentheoretischen Betrachtungen werden die einzelnen Kommunikationsebenen nicht weiter hierarchsiert. Das heißt, wenn beispielsweise ein Schriftsteller eine etwas sagt ist es gleichwertig mit dem was er schreibt oder dem, was die Figuren in seinen Büchern sagen. In der herkömmlichen Zeichentheorie wird ein Text in verschiedene Untertexte, die von Figuren in dem Text verfasst werden. Als populäres Beispiel wäre hier der Steppenwolf zu nennen: Der durchaus reale Schriftsteller Hermann Hesse ist der Autor des Romans (E1), der erste (äußere) Erzähler (E2) ist der Hauswirt, in dessen Bericht die Aufzeichnungen Harry Hallers (E3) zitiert werden. Dieser widerum gibt in voller Länge das "Traktat vom Steppenwolf" aus der Feder eines Unbekannten wieder. Dieser Unbekannte ist schon eine vierte Erzählinstanz (E4), wie übrigens auch alle Figuren, die in Hallers Aufzeichnung etwas sagen. Analog dazu ist Haller der innere Rezipient (R4), der Hauswirt der Leser der Aufzeichnungen (E3) u.s.w.
Verschiedene Interpretationen des Romans verneinen diese strenge - gewissermaßen digitale - Unterscheidung der Erzählinstanzen. Die Wechselwirkung der verschiedenen Textebenen wird deutlich, wenn man sich fragt, ob bzw. sich klar macht, dass
Für alle diese Interpretationsansätze gibt es Befürworter und natürlich auch Gegner. Der literaturhistorische Diskurs soll an dieser Stelle nicht aufgegriffen werden. Das Beispiel soll viel mehr verdeutlichen, wie sehr die strenge Unterscheidung der Erzähl- und Rezeptionsinstanzen bei näherer Betrachtung eines Kunstwerks, das den Kommunikationsprozess bewusst thematisiert, ins Wanken gerät. Weitere Fälle für den Parallelsemiotiker sind zum Beispiel
Der Satz der unbestimmbaren Wirklichkeit ("Nichts ist sicher - alles ist Zeichen") ist das erste Axiom der parallelen Semiotik. Das heißt: Über die Wirklichkeit kann man sich nie zu 100 Prozent klar werden, man kann einzig und allein Aussagen darüber treffen. Da man sich aber ebenfalls nicht sicher sein kann, ob diese Aussagen komplett wahr sind, weist man grundsätzlich allen Aussagen einen unbestimmten Wahrheitswert zu. Dies ist das zweite Axiom der parallelen Semiotik, der Satz von der Unerklärbarkeit der Wahrheit ("Wirklichkeit ist unmöglich - Wahrheit ist relativ"). Eine der größten Schwierigkeiten im Verhältnis zu Zaphod bestand für Trillian darin, unterscheiden zu lernen, wann er sich dumm stellte, um Leute aus der Reserve zu locken, wann er sich dumm stellte, weil er im Moment nicht überlegen und das Denken jemand anderem überlassen wollte, wann er sich unverschämt dumm stellte, um zu verbergen, daß er wirklich nicht wußte, worum es gerade ging, und wann er wirklich und wahrhaftig dumm war. (Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis) Dieses Zitat des großen Douglas Adams zeigt verschiedene Spielarten von Realität, die für den außen Stehenden nicht nur auf den ersten Blick ununterscheidbar sind. Wie kompliziert geraten erst die Dinge, wenn die scheinbare Wahrheit nicht die Grenze ziwschen Dummheit und Klugheit, sodnern die zwischen Kunst und Wirklichkeit verwischt! Na, haben Sie verstanden? Britney Spears ist also nichts als eine Comicfigur, während Bruce Willis zum echten Weltretter avanciert? Helmut Kohl und der Heilige Sankt Nimmerlein haben nie existiert?
Der Wahrheitsgehalt solcher Fälle lässt sich allein im Verfasser selbst feststellen, wie ein weiteres einfaches Beispiel belegt: Man stelle sich vor, der Satz "Ich bin klein, mein Herz ist rein." würde gleichzeitig von Charlie Chaplin, Schneewittchen und Peter Gauweiler ausgesprochen werden. Wem würden Sie glauben und warum? Auf diesen Seiten zur parallelen Semiotik finden Sie neben dieser Einführung einen theoretischen Aufsatz und einige Anwendungsbeispiele. Abschließend können Sie an einem unverbindlichen Test teilnehmen, durch den Sie erfahren, was wahr ist und was nicht.
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Parallele Semiotik





